Donnerstag 16. November 2017



Luise Zietz-ein Zusatzschild

luise_zietz_kachel-dataDie „Arbeitsgemeinschaft Erinnerungskultur“ und besonders ihre Sprecherin, Karin Dallhus, bemühten sich in rührigen Fleiß, das Vergessen in unserem Bezirk zu verhindern. In jüngster Zeit werden Straßennamen betrachtet und gegebenenfalls erklärende Zusatzschilder gefordert. So wurde eine Liste der infrage kommenden Straßenschilder erarbeitet. Betrachten wir bei der Fülle der Straßennamen einmal die Luise-Zietz-Straße. Fragt man die Bewohnerinnen und Bewohner nach Luise Zietz, so weiß kaum jemand, um wen es sich handelt. Dabei gibt es grade für uns Sozialdemokraten gute Gründe an Luise Zietz zu erinnern. Luise Catharina Amalie Zietz wurde am 25. März 1865 geboren und starb am 27. Januar 1922 in Berlin. Sie musste von Kindheit an schwer arbeiten. Sie verdingte sich als Dienstmädchen und Tabakarbeiterin und ließ  sich über den „Hamburger Fröbel-Verein“ zur Kindergärtnerin ausbilden. Bereits 1892 arbeitete sie in der deutschen Sozialdemokratie mit. Sie trat erstmals 1896 als Rednerin beim Hamburger Hafenarbeiterstreik auf. Durch das 1908 veränderte Reichsvereinsgesetz konnte sie offizielles Mitglied der SPD werden. Aufgrund ihrer Fähigkeiten wurde sie und Clara Zetkin in den Parteivorstand gewählt. Im Jahr 1917 gehörte Luise Zietz zu den Gründungsmitgliedern der USPD. Sie gehörte seit 1919 der Weimarer Nationalversammlung an und war danach Reichstagsabgeordnete. Nach dem sie im Reichstag  einen Ohnmachtsanfall hatte, starb sie am folgenden Tag an einem Schlaganfall. Ihr früher Tod war auch dadurch bedingt, dass sie ständig weit über ihre Kraft tätig war. So konnte ihr Leben nur kurz sein. Ihre letzte Ruhe fand sie auf der „Gedenkstätte der Sozialisten“ in Friedrichsfelde. Wir denken, dass ein Hinweisschild unter dem Straßenschild nicht nur sinnvoll ist, sondern selbstverständlich sein sollte.