Samstag 14. Mai 2016



Ein Stolperstein für Hedwig Mentzen

MetzenIm vorigen Jahr wurden bereits zwei Stolpersteine für das Ehepaar Emilie und Emil Roth vor dem „Judenhaus“ in der jetzigen Hannsdorfer Straße 8 verlegt. Damals, wie auch jetzt, war Frau Töpfer die Initiatorin zur Verlegung der Stolpersteine. Offensicht-lich wurden jüdische Menschen bewusst in das Haus der damaligen Billungsstraße 8 eingewiesen. So auch Hedwig Mentzen im Jahr 1941. Sie erlernte den Beruf einer Kin-dergärtnerin und heiratete im Jahr 1909 Moritz Adler. In ihrer zweiten Ehe war sie seit 1915 mit Edmund Mentzen verheiratet. Dieser zweite, nichtjüdische Ehemann, starb bereits 1917 und die Ehe blieb kinderlos. Im Jahr 1927 trat Hedwig aus dem Judentum aus. Wegen ihrer jüdischen Abstammung war sie aber den Verfolgungen durch die Nationalsozialisten ausgesetzt. In den 30iger Jahren lebte Hedwig Mentzen in Krumm-hübel (Riesengebirge) und unterhielt einen kleinen Laden. Bedingt durch das Novem-berpogrom 1938 verließ sie Krummhübel und ließ ihre Habe zurück. Nur mit einem Koffer kam sie in Berlin an und wohnte in verschiedenen Stadtbezirken zur Untermiete. Nur wenige Monate lebte sie in der damaligen Billungsstraße und wurde mit dem 11. Osttransport am 28. März 1943 deportiert. Der Transport ging von einem Sammellager in der Levetzowstraße über den Bahnhof Berlin-Grunewald nach Trawniki (Polen). Das Ankunftsdatum war der 30. März 1943. Von Trawniki erfolgte ein langer Fußmarsch nach Piaski. Dort verlieren sich die Spuren von Hedwig Mentzen. Auch die SPD nahm mit Ulrich Brettin an der Gedenkveranstaltung teil